Ziele
Das Schauspielensemble Beesten e.V., das sich dem Erhalt der plattdeutschen Sprache verpflichtet fühlt, möchte mit seinen zahlreichen Aufführungen und Aktionen nicht nur das Publikum erheitern, sondern in erster Linie das Plattdeutsche und die damit verbundenen Kulturgüter und Heimatgefühle lebendig erhalten. Denn diese Sprache, die z.T. noch die (einzige) Muttersprache unserer Eltern war, verdient es, nicht kampflos aufgegeben zu werden. Dafür setzen wir uns ein! Denn wir gehören noch zu der Generation, die das Glück hatte, zwei Muttersprachen zu haben: Plattdeutsch und Hochdeutsch.
Max von Schenkendorf: Muttersprache (1814)
"Muttersprache, Mutterlaut,
wie so wonnesam, so traut!
Erstes Wort, das mir erschallet,
süßes, erstes Liebeswort,
erster Ton, den ich gelallet,
klingest ewig in mir fort.
Ach, wie trüb ist meinem Sinn,
wann ich in der Fremde bin,
wann ich fremde Zungen üben,
fremde Worte brauchen muß,
die ich nimmermehr kann lieben,
die nicht klingen als ein Gruß!
Sprache, schön und wunderbar,
ach, wie klingest du so klar!
Will noch tiefer mich vertiefen
In den Reichtum, in die Pracht,
ist mir’s doch, als ob mich riefen
Väter aus des Grabes Nacht.
Klinge, klinge fort und fort,
Heldensprache, Liebeswort,
steig empor aus tiefen Grüften,
längst verschollnes altes Lied,
leb’ aufs neu in heil’gen Schriften,
daß dir jedes Herz erglüht.
Überall weht Gottes Hauch,
heilig ist wohl mancher Brauch,
aber soll ich beten, danken,
geb’ ich meine Liebe kund,
meine seligsten Gedanken,
sprech’ ich wie der Mutter Mund!"
Quelle: Groß, Edgar (Hrsg.) (ohne Jahr). Max von Schenkendorf: Gedichte. Deutsches Verlagshaus Bong & Co, 84–85.
