Rasante Inszenierung von "Veer Hanne för een Euter"
Von Manfred Buschhaus
Lingen. “Liebe allerorten, auch in überraschende Richtungen!” Mit einer rasanten Inszenierung der Posse “Veer Hanne för een Euter” als plattdeutsche Adaptation der TV-Kult-Kuppelshow “Bauer sucht Frau” brillierte das Schauspielensemble Beesten anlässlich seines 10-jährigen Bestehens vor ausverkauftem Haus im Lingener Theater an der Wilhelmshöhe.
Das Stück malt nach dem Vorbild des Lustspiels “Veer Hanne för een Jidder” von Helmut Schmidt und Christoph Bredau in der Art einer Lokalposse den Zusammenprall bäuerlichen Lebensgefühls mit den Exaltiertheiten der modernen Medienwelt auf dem Hintergrund lokaler Sitten- und Spracheigentümlichkeiten: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Das beifallsfreudige Publikum belohnte komische Situationen, jeden der zahlreichen Späße mit Lachen und Applaus. So wurden die zahlreichen Wortgefechte, jede Enttarnung menschlicher Schwächen und jedes Scheitern der zahlreichen Intrigen zu einem kleinen Fest der Lebensfreude.
Das wichtige Aufwärmen der später arg strapazierten Lachmuskeln besorgte eine Moderatorin, die souverän mit wenigen Sätzen die Begrüßung und Einführung in Thema und Ablauf des Stückes in drei Akten besorgte.
Mutter Marga hat sich nach vielen vergeblichen Versuchen, für Sohn und Hoferbe Focko die passende Ehefrau zu finden, für seine Teilnahme an der Kuppel-Show “Veer Hanne för een Euter” entschieden. Zwei Kandidatinnen wollen es mit dem Leben auf dem Hof und mit Focko zwei Wochen lang versuchen, immer begleitet von einem Fernsehteam.
Unter diesen Umständen sind derb-komische Szenen, groteske Situationskomik und unglaubliche Verwicklungen natürlich vorprogrammiert, zumal sich einige der Akteure nicht immer von lauteren Motiven leiten lassen – insgesamt ein authentischer Spiegel des Zeitgeistes.
Begleitet von dem anfeuernden Beifall der Zuschauer, steigerte sich das Ensemble in einen geradezu begeisternden Spielrausch hinein. Die vielen bunten Handlungsstränge des Stückes wurden zu einem gelungenen Handlungsganzen vereint. In der sich steigerenden Spannung wirkte der unerwartete Schluss wie ein umwerfender Paukenschlag.
INsgesamt machte das Ensemble drei Stunden lang einen glänzenden Eindruck. Jutta Pelle als überdrehte TV-Moderatorin und Katrin Jörling als Mutter Marga ragten besonders wegen der umfangreichen und vielfältigen Rolle heraus.
Viel Beifall gab es zum Schluss für die Darsteller, und nach dem letzten Vorhang badete das Ensemble in der Menge.
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