Großer Erfolg für Beestener Schauspiel-Ensemble

Stück: 
Noabers mött sück helpen
Quelle: 
Wochenend-Report
Erscheinungsdatum: 
1. April 2000

WR Beesten/Lingen – Exakt 742 zahlende Gäste hatten sich im Lingener Theater an der Wilhelmshöhe eingefunden, um der feierlichen Premiere des Schwanks “Noabers mött sück helpen” beizuwohnen. Damit war das weite Rund bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche zusätzliche Kartenwünsche waren schon seit Mitte der Vorwoche abgewiesen worden. Dieser Umstand zeigt, dass die traditionsreiche Theaterarbeit in Beesten – einst durch den Kolpingverein begründet – fest im Leben der Gemeinde verwurzelt ist.

Das plattdeutsche Stück, das wahrscheinlich kein zweites Mal zur Aufführung gelangen wird, war der erste Versuch der engagierten Schauspieler/innen, etwas Selbstgeschriebenes zu inszenieren und aufzuführen. Doch die beiden Autoren Petra Lonnemann und Jürgen Weemeyer haben das nächste Stück schon in Arbeit. Mit “Noabers mött sück helpen” ist es ihnen gelungen, ein Mundartstück vor rustikalem Hintergrund zu schaffen, das – trotz einiger Längen – mit umwerfender Situationskomik, stilisiert-bäuerlicher Lebensart, ausdrucksstarkem “Platt”, zahlreichen “Gags” sowie einem kräftigen Schuss Beestener Lokalkolorits die wirksamen Mittel besaß, um die Herzen der Besuchermenge auf jene empfindsame Weise anzurühren, die hie und da auch einmal eine kleine Träne auf den Weg bringen kann, um schon im nächsten Augenblick durch ein Wort, eine Gebärde oder eine treffende Geste befreiendes Lachen auszulösen.

Dabei war der Handlungsstrang selbst von eher zweitrangiger Bedeutung: Es geht um einen Kotten, der von drei in die Jahre gekommenen Geschwistern bewirtschaftete wird und für den allmählich tüchtige Erben gefunden werden müssen. Dies wird von den Nachbarn – und übrigens auch dem Herrn Pastor zum Anlass dafür genommen, die alten Leute nun plötzlich mit Geschenken und allerlei ungewöhnlichen Nettigkeiten zu verwöhnen. Nach den in der Mundartkomödie üblichen Irrungen und Wirrungen kommt es freilich zu einem guten Ende, bei dem die Bauernschläue und – selbstverständlich – die Liebe die Oberhand behalten.

Der Erlös aus der Lingener Aufführung kommt übrigens ausschließlich der weiteren Professionalisierung und Verbesserung der Technik des Ensembles zugute. So dürfen die Beestener – und natürlich auch die wachsende Anhängerschar von außerhalb – sich schon jetzt auf den nächsten plattdeutschen Schwank dieser beachtlichen Theatergruppe freuen.